Museumsgesellschaft Ehingen

 

Ausfahrt zur Heuneburg und
zum Hängegarten von Neufra

 

Am 2. Oktober startete die Museumsgesellschaft zu ihrer ersten Ausfahrt nach dem Corona - bedingtem Stillstand in diesem Jahr.
Franz Bartmann, 1. Vorsitzender, begrüßte über 30 Teilnehmer recht herzlich und sagte: “Endlich geht es wieder los!‘‘ 

Die kurze Reise über einen halben Tag organisierte Franz Romer, der schon unterwegs aus der Geschichte der Kelten erzählte und darauf verwies, dass alles von der Besiedlung um 1600 vor Christus noch nicht erforscht wurde. Erschwert wird die Forschung, weil die Kelten keine schriftlichen Zeugnisse hinterließen.

In Hundersingen angekommen, in der Stadt ,,Pyrene’‘, so wurde die Heuneburg früher bezeichnet, ging es sofort mit einem Führer auf Besichtigungstour. Als erstes ging es in einen rekonstruierten Bau, der Kunstwerke der Kelten beherbergt. Wunderschöner Schmuck und Gebrauchsgegenstände.



Erst kürzlich wurde im Donauried bei Herbertingen das Grab einer jungen Frau mit reichen Beigaben komplett als gefrorener Block geborgen und nach Ludwigsburg zur Untersuchung gebracht. Hierbei wurden ganz neue Erkenntnisse für die Nachwelt entdeckt, z. B. dass das Gebiss der jungen Frau sehr marode war. Das erklärt sich so, damals wurde das Mehl mit einem Schürfstein gemahlen und dabei kam auch Sand als Beigabe hinzu. Beim Genuss des gebackenen Brotes war dann immer dieser Schleifsand dabei, der die Zähne enorm beanspruchte.
Weiter ging es zum neu angelegten Museumsgarten, der mit Kräutern und Gemüse aus der damaligen Zeit bepflanzt ist. Beim Gang über die rekonstruierte Wehr-Mauer konnte man einen tollen Blick auf die mäandernde Donau werfen und in der Ferne grüßte der Bussen, der mittlerweile auch in die Forschung über die Kelten mit einbezogen ist.



Beendet wurde der Rundgang mit einem Blick in ehemalige Werkstätten und ein Wohnhaus mit Lebensmittellager. Insgesamt bekamen die Besucher den Eindruck: Die Kelten hatten ein beschwerliches und unbequemes Leben.

Anschließend ging die Fahrt zum „Hängenden Garten“ in Neufra. Man liest zwar das Hinweisschild an der Bundesstraße, meist geht aber die Fahrt daran vorbei. Dieser Garten wurde zwischen 1569 und 1573 durch den Grafen Georg von Helfenstein mit ca. 200 Leibeigenen angelegt. Auf 14 Gewölben wurde eine Fläche geschaffen, auf der der Garten angelegt wurde. Die Gewölbe können unter Führung vom unteren Eingang her besichtigt und begangen werden.


Eine Treppe führt außen steil am kleinsten Schlosshotel Deutschlands hoch zum Garten.

  

Frau Waltraud Johannsen hat 1988 den historischen Garten in Privatinitiative nach einer Zeichnung aus dem Archiv der Fürsten von Fürstenberg restauriert.

Die Exkursion war eine gelungene Halbtagesfahrt.

Dafür einen herzlichen Dank an Franz Romer.

 

Informationen zum Keltenmuseum Heuneburg und über den
Hängegarten von Neufra 
erhalten Sie unter:

 

http://www.heuneburg.de/

https://www.haengegarten.de/de/index.php

 

 

Weitere Bilder von der Ausfahrt können Sie in der Bildergalerie anschauen.

 

.Zur Bildergalerie

 

 

 

Hauptversammlung der
Museumsgesellschaft Ehingen e.V.  

 

 

Franz Bartmann, Vorsitzender der Musges, eröffnete die Jahreshauptversammlung der Museumsgesellschaft Ehingen am Freitag 1. Oktober 2021, 19 Uhr im kleinen Saal der Lindenhalle. Unter Einhaltung der aktuellen Corona Bestimmungen besuchten ca. 40 Mitglieder diese Veranstaltung.
Die Tagesordnung wurde vom Vorsitzenden zur Abstimmung vorgelegt und danach von den Mitgliedern genehmigt.  

In seinem Bericht beklagte der Vorsitzende die Einschränkungen im vergangenen Jahr und freute sich auf die 1. Ausfahrt in diesem Jahr zur Heuneburg: Es geht wieder los!

Kassiererin Susanne Fieder trug den Kassenbericht vor und Kassenprüfer Anton Meßmer bescheinigte diesen für in Ordnung und empfahl Entlastung, diese nahm Franz Romer, ehemaliger Vorsitzender vor. Seinem Nachfolger im Amt bescheinigte er eine sehr gute Vereinsführung, diese sei anders und trotzdem gut. Es sei in Ordnung, dass neue Gedanken zum Tragen kommen, das sei der neuen Zeit gerecht: ,,Es geht mit der Musges weiter!“ Die Museumsgesellschaft fährt auf neuen Gleisen und das ist gut so.  

Ein anderer Tagesordnungspunkt waren die Mitgliedsbeiträge. Der Vorstand schlug vor, diese auf dem jetzigen Stand zu belassen und zwar: Einzelpersonen 15 EUR, Ehepaare und Familien 25 EUR. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen.  

Laut Tagesordnung stand die Wahl des Schriftführers an. Joachim Schmucker, der dieses Amt kommissarisch innehatte, stellte sich zur Wahl. Nach seiner launigen Vorstellung, er verwies auf sein großes ehrenamtliches Engagement hier in Ehingen, wurde er einstimmig gewählt. Vorsitzender Franz Bartmann gratulierte und hieß ihn im Vorstand recht herzlich willkommen.  

Für die Aufsichten im Museum am Mittwoch und Samstag konnte Personal gefunden werden, allerdings suchen wir weiterhin dringend Freiwillige für den ehrenamtlichen Sonntagsdienst.  

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Verabschiedung der langjährigen Seele des Museums, Frau Anneliese Werkmann. Sie erhielt aus den Händen von Franz Bartmann ein Kunstbuch über den Maler Jakob Bräckle und einen Blumenstrauß.  

Beim Punkt „Verschiedenes“ wurde die Frage nach einem behindertengerechten Zugang zum Museum gestellt. Eine offensichtlich schwierige Frage, bei dem historischen Gebäude und den unterschiedlichen Ebenen. Original-Ton Franz Bartmann: ,,Ein großes Problem!‘‘ und Franz Romer, ehemaliger Vorsitzender: ,, Ein uraltes Problem!“. Museumsleiter Dr. Ludwig Ohngemach von der Stadt Ehingen wies in seiner Antwort auf die historische Bausubstanz und die unterschiedlichen Ebenen hin, die es fast unmöglich machen, hier einen behindertengerechten Zugang zu schaffen. Selbst ein Aufzug zwischen den einzelnen Gebäuden würde dieses Problem nicht lösen. Trotzdem sei das Heimatmuseum ein tolles Gebäude.  

Veit Feger stellte das Buch der Iranerin, Roya Rahmani, die jetzt in Ehingen wohnt, vor. Er hat die Entstehung des Buches begleitet und wesentlich unterstützt. Es kann bei Osiander käuflich erworben werden.  

Gegen 20.15 Uhr schloss Franz Bartmann die Versammlung und dankte für den Besuch.

Die vorgeschriebenen Regularien wurden erfüllt.             

 

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Am 12. 09.2021 fand der Tag des Offenen Denkmals statt.

Für die Museumsgesellschaft Ehingen hielt Hans-Peter Seibold im Wolfert-Park am Krenzler-Stein einen Vortrag über den Protagonisten.

 

Eugen Krenzler (1856 – 1892), ein Kolonial-Offizier, der mit Ehingen durch seine Schulzeit in Schaiblishausen, der Vater war dort Lehrer,  und im Gymnasium Ehingen verbunden war, sollte auf Vorschlag des Ehinger Verschönerungverein ein Gedenkstein gesetzt werden. Dies wurde auch in die Tat im Jahre 1894 umgesetzt. In Rupertshofen wurde ein Stein in einer Kiesgrube gefunden, der würdig erschien, an den damaligen Soldaten zu erinnern.

                       

Seibold, der durch Zufall auf den Namen Krenzler auf einem Berliner Friedhof gekommen war, recherchierte intensiv nach dessen Leben und Wirken im damaligen Kaiserreich und verfasste auch einen größeren Bericht darüber. Dieser Bericht, der die Grundlage für seinen Vortrag bildete, ist auch auf der Hompage der Museumsgesellschaft nachzulesen.

 

Siehe unten unter  - Aktuelles -

 

Die Museumsgesellschaft Ehingen dankt Herrn Seibold für seinen fundierten Vortag. Der Beifall der Besucher bestätigte das hohe Niveau und auch für kritische Bemerkungen zur damaligen Kolonialpolitik des Deutschen Kaiser-Reiches.

 

 

                                 

 

 

 

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ISBN: 978-3-9820835-1-3
Erscheinungstermin: 04.09.2021
Preis: 20 EUR
192  Seiten - Hardcover

 

Buchbestellung unter:

info@museumsgesellschaft-ehingen.de 

 

 

 

Buchverkauf im Museum zu den bekannten Öffnungszeiten.

 

Zum Inhalt:

Ehingen war keine Hochburg der Nationalsozialisten. Doch auch in der katholisch-konservativ geprägten oberschwäbischen Kleinstadt durchdrang die totalitäre Diktatur alle Bereiche von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Das reich bebilderte Buch beleuchtet die Anfänge der NSDAP, einzelne prominente Parteiführer, aber auch Ehingerinnen und Ehinger, die Distanz zum Regime hielten. Noch kurz vor Kriegsende wurden in der Stadt Kriegsverbrechen verübt. Und an der Entnazifizierung lässt sich gut nachverfolgen, wie die Gesellschaft nach 1945 mit der NS-Vergangenheit umging.

Die geschilderten Fälle weisen über Ehingen hinaus. Einer der NSDAP-Ortsgruppenleiter zog nach Stuttgart, leitete dort eines der größten württembergischen Zwangsarbeiterlager und wurde nach 1945 schwer belastet, weil er Lagerinsassen misshandelt und der Gestapo ausgeliefert haben soll. Das französische Militärtribunal verhandelte in Rastatt gegen die an den Kriegsverbrechen beteiligten Ehinger und verurteilte den NSDAP-Kreisleiter zum Tode. Noch Zwanzig Jahre nach Kriegsende ermittelte das Stuttgarter LKA wegen der Kriegsverbrechen und stieß in Ehingen auf eine Mauer des Schweigens.

Im präzisen Blick auf die Geschehnisse vor Ort wird verstehbar, wie die Diktatur auch fernab der Machtzentren funktionierte und welche Kontinuitäten dabei über die politischen Zäsuren von 1933 und 1945 hinweg im lokalen Sozialgefüge bewahrt blieben.    

 

 

 

 

 

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Der Autor:

Der Historiker Dr. Christian Rak hat an der Universität Tübingen bei Prof. Dieter Langewiesche promoviert. Er lebt seit 2003 in Ehingen und hat in den letzten Jahren in Zeitungs- und Onlineartikeln Forschungsergebnisse zum Nationalsozialismus in Ehingen publiziert. Das Buch präsentiert den neuesten Stand dieser Forschungen. 

 

 

 

Über uns

 

WER WIR SIND

 

Die Museumsgesellschaft Ehingen e.V. ging 1975 aus dem Bezirks-Altertumsverein Ehingen, gegründet 1908, hervor. Dieser hatte 1975 gerade noch sechs Mitglieder.

1976 hielten 40 neue Mitglieder nach 20-jähriger Pause eine Mitgliederversammlung ab, wählten einen neuen Vorstand, gaben dem Verein eine neue Satzung und den neuen Namen „Museumsgesellschaft Ehingen e.V.“

MEHR ÜBER UNS

 

 

 

UNSERE AUFGABEN

 

  • Pflege und Führung des Museums Ehingen gemeinsam mit der Stadtverwaltung
  • Förderung der Pflege und Erforschung der Heimatgeschichte, u.a. durch Herausgabe einschlägiger Schriften und Bücher
  • Wirken zur Erhaltung kultureller Zeugnisse
  • Durchführung heimatgeschichtlicher Lehrfahrten, Ausstellungen und Seminare
  • Stadt- und Museumsführungen
  • Vorträge

AKTUELLES

 

  • Aktuelles

    Eugen Krenzler 1856 - 1892

    „Eugen Krenzler 1856 – 1892“ heißt der überarbeitete Aufsatz von Herrn Hans Peter Seibold.

    Herr Seibold hat seinen Aufsatz aus dem Jahre 2002 anlässlich der geplanten Ausstellung „SCHWIERIGES ERBE - Linden-Museum und Württemberg im Kolonialismus“ im Linden- Museum Stuttgart überarbeitet. Die Ausstellungseröffnung war für den 26.11.2020 vorgesehen, wurde aufgrund der aktuellen Entwicklung zu COVID-19 verschoben.

    Wir bedanken uns bei Herrn Seibold, dass er uns seinen Aufsatz zur Verfügung gestellt hat.

     

    Weitere Info über die Ausstellung im Linden-Museum finden Sie hier:

    Hier geht es zur Ausstellung im Linden-Museum Stuttgart

     


    Unten geht es zum Aufsatz von Herrn Seibold.

    MEHR ERFAHREN
    Karl Eugen Krenlzer
  • Aktuelles

    Hungersnot im Jahre 1817

     

    Der Vulkanausbruch des Tambora am 10. April 1815 löste in Europa eine Hungersnot aus.

    Im Archiv finden Sie den Vortrag von Herrn Ulrich Köpf über die Hungersnot im Jahre 1817.

     

    Wir bedanken uns herzlichst bei Herrn Ulrich Köpf.

     

     

    MEHR ERFAHREN
    200 Jahre Hungersnot
  • Aktuelles

    Aus wilder Wurzel oder geplant?

    Herr Reinhold Ege war bereit, uns die schriftliche Ausarbeitung seines interessanten und lehrreichen Vortrages


    „Aus wilder Wurzel oder geplant? - Die mittelalterlichen Entwurfsprinzipien der Stadt Ehingen / Donau“


    für das Archiv zur Verfügung zu stellen.

     

    Wir bedanken uns herzlichst bei Herrn Reinhold Ege

     

    MEHR ERFAHREN
    Aus wilder Wurzel oder geplant - Stadtgrundriss Ehingen
  • Aktuelles

    Die Tiersammlung aus dem Schloss Oberdischingen

    Die Tiersammlung ist um 1850 im Schloss Oberdischingen entstanden. 1891 schenkte der damalige Besitzer des Rittergutes Friedrich Kaulla (1807 – 1895) die aus 30 bis 35 Kästen bestehende Sammlung an das Gymnasium Ehingen. Später gelangte sie an den Bezirksaltertumsverein. Ursprünglich umfasste sie neben den noch vorhandenen Vögeln, Vogeleier und Säugetieren auch Käfer und Schmetterlinge...

    MEHR ERFAHREN
    Museum Ehingen Tiersammlung
  • Aktuelles

    Schätze aus dem Museum Ehingen

    Wie vor einigen Jahren anlässlich des Internationalen Tages der Museen zu sehen war, verfügt das Museum Ehingen in seinen Magazinen über umfangreiche Sammlungen, die nicht in der Dauerausstellung zu sehen sind. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bemühen sich ständig, weitere Objekte zu erwerben, die für Geschichte und Entwicklung der Stadt und der Region wichtig sind. Großzügige Schenkungen und Stiftungen aus der Bürgerschaft tragen immer wieder maßgeblich zur Ergänzung der Sammlungsbestände bei.

    Schätze im Museum Ehingen

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