Museumsgesellschaft Ehingen

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„rotes Zeug“ - Ziegel und andere Baukeramik im Ehinger Museum  

von Dr. Ludwig Ohngemach  

Aus Anlass des Internationalen Museumstags, der in diesem Jahr zum 44. Mal und in der Pandemie zum zweiten Mal unter sehr speziellen Rahmenbedingungen begangen werden muss, soll anhand eines Beispiels die Vielfältigkeit der im Ehinger Museum aufbewahrten Schätze gezeigt werden. Hierzu gehören neben Kunstwerken aller Art auch Zeugnisse aus dem alltäglichen Leben unserer Vorfahren wie Ziegelsteine in den unterschiedlichsten Formen.  

Nur wenige Jahre nach Einstellung der Ziegelproduktion durch die letzte hier tätige Ziegelei Rimmele und ihre Nachfolger ist kaum noch bekannt, dass in und um Ehingen über viele Jahrhunderte die Herstellung von gebrannten Ziegelsteinen eine wichtige Einkommensquelle war.
Bereits in römischer Zeit dürften in unserem Raum Ziegelsteine produziert worden sein. Später waren es dann zunächst die Klöster, die Ziegeleien zur Herstellung von Baukeramik unterhielten. Diese produzierten z. B. Ziegelplatten mit gotischem Maßwerk oder auch Gewölberippen. Außerdem haben sich in großer Zahl Fußbodenplatten aus Kirchen und Kapellen erhalten. Diese wurden mit Hilfe von Holzmodeln oft aufwändig mit Mustern verziert. Und auch als Dacheindeckung fanden Hohlziegel, in der Form von „Mönch“ und „Nonne“, zunächst vor allem für Wehr- und Sakralbauten Verwendung. Gerne verwendete man hierbei auch farbig glasierten Dachplatten. So war die Spitalkapelle 1615 nachweislich mit grünen, gelben und roten Ziegeln eingedeckt.  

Für die Dächer der Bauern- oder auch Stadtbürgerhäuser wurde dagegen noch lange Zeit vorwiegend Stroh und Holzschindeln als Eindeckmaterial verwendet, auch wenn die Nachteile dieser Baumaterialien immer wieder nachdrücklich zu Tage traten. Hier ist zunächst die große Feuersgefahr insbesondere in den engbebauten Städten zu nennen. Diese blieb den Ehingern nicht nur durch die großen Katastrophen 1688 und 1749, sondern auch durch die zahlreichen kleineren Feuer, die zum Glück oft glimpflich ausgingen, immer gegenwärtig. Andererseits machten Ziegeldächer durch ihr höheres Gewicht entsprechende statische Vorkehrungen notwendig, was höhere Kosten verursachte. Flachziegel, wie der seit dem 11. Jahrhundert in Süddeutschland sich verbreitende Biberschwanz, brachten gegenüber den Hohlziegeln Gewichtsvorteile. Auch waren die damit gedeckten Dächer leichter zu reparieren.  

Auch in Ehingen erfolgte der Wandel zum Ziegel bedeckten „Plattendach“ langsam und schleppend. Insbesondere Nebengebäude hatten noch lange Zeit Stroh- und Schindeldächer. So ordnete der Rat nach dem verheerenden Brand vom Herbst 1749 als Sofortmaßnahme die Entfernung aller Strohdächer innerhalb längstens drei Wochen an. In einer ersten Bauordnung vom November 1749 war selbst das Ausstopfen von Lücken mit Stroh zwischen den Dachziegeln verboten.  

Zur Ziegelherstellung in und um Ehingen
Genaueres zur Ziegelsteinproduktion ist erst seit dem 13. Jahrhundert bekannt, als mit Heinrich Runere 1275 ein erster Ziegler namentlich erwähnt wird. 1594 findet sich in einem Zinsbuch des Spitals der Hinweis auf eine Lehmgrube. Und spätestens seit dem 17. Jahrhundert ist der Stoffelberg als wichtigster Produktionsort für Baukeramik bekannt. Dort war 1613 „Jakob Goll, Ziegler zum Stoffelberg [und] Bürger zue Ehingen“ oder 1687 ein Ziegler Georg, dessen Nachname nicht überliefert ist, tätig. Wenig später und dann bis ins 19. Jahrhundert saßen Mitglieder der Familie Schmu(t)z auf dem Ziegelhof am Stoffelberg, der städtisches Lehen war. Von hier aus und von der Ziegelhütte bei Dächingen, die 1475 in den Besitz des Ehinger Heilig-Geist-Spitals kam, wurde die Stadt und das Umland mit Ziegelsteinen aller Art versorgt. Die baulichen Überreste der Dächinger Anlage, ein großer Ringofen und zahlreiche Trockengestelle, waren noch bis vor wenigen Jahren am östlichen Ortseingang zu sehen.      

 

                     

   

aus der Burgkapelle Briel (um 1500) 

 

aus der Kapelle des Marchtaler Klosterhofes (vor 1493)   

 

Bruchstück einer tönernen Gewölberippe

 

 

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Abb. mit Legenden:  

Dachplatte, mit Modelabdrücken verziert, Abtei Obermarchtal     

 

 Ziegelplatten mit gotischem Maßwerk aus dem Benediktinerinnenkloster Urspring. (15. Jh.)

 

Fußbodenplatten:  

aus der Stadtpfarrkirche St. Blasius (vor 1500)  

 

Firstziegel mit der Inschrift „Hans Jerg Schmutz 1664“. Hans Jörg Schmutz gehörte zur Familie Schmutz, die über lange Zeit als Lehen die städtische Ziegelhütte am Stoffelberg betrieb. Im Sommer 1663 heiratete Hans Jörg Schmutz Maria Schleich, mit der er mehrere Kinder hatte. 1714 erhielt er vom Rat die Erlaubnis, die Ziegelhütte an seinen Sohn Eusebius zu übergeben, der im nachfolgenden Frühjahr heiratete. Hans Jörg Schmutz muss vor 1721 gestorben sein.

 

 

Feierabendziegel „Franz Oßwald, Dechingen 1877“

 

 

 

 

 

 

         

 

 

 

 

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    Eugen Krenzler 1856 - 1892

    „Eugen Krenzler 1856 – 1892“ heißt der überarbeitete Aufsatz von Herrn Hans Peter Seibold.

    Herr Seibold hat seinen Aufsatz aus dem Jahre 2002 anlässlich der geplanten Ausstellung „SCHWIERIGES ERBE - Linden-Museum und Württemberg im Kolonialismus“ im Linden- Museum Stuttgart überarbeitet. Die Ausstellungseröffnung war für den 26.11.2020 vorgesehen, wurde aufgrund der aktuellen Entwicklung zu COVID-19 verschoben.

    Wir bedanken uns bei Herrn Seibold, dass er uns seinen Aufsatz zur Verfügung gestellt hat.

     

    Weitere Info über die Ausstellung im Linden-Museum finden Sie hier:

    Hier geht es zur Ausstellung im Linden-Museum Stuttgart

     


    Unten geht es zum Aufsatz von Herrn Seibold.

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    Hungersnot im Jahre 1817

     

    Der Vulkanausbruch des Tambora am 10. April 1815 löste in Europa eine Hungersnot aus.

    Im Archiv finden Sie den Vortrag von Herrn Ulrich Köpf über die Hungersnot im Jahre 1817.

     

    Wir bedanken uns herzlichst bei Herrn Ulrich Köpf.

     

     

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    200 Jahre Hungersnot
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    Aus wilder Wurzel oder geplant?

    Herr Reinhold Ege war bereit, uns die schriftliche Ausarbeitung seines interessanten und lehrreichen Vortrages


    „Aus wilder Wurzel oder geplant? - Die mittelalterlichen Entwurfsprinzipien der Stadt Ehingen / Donau“


    für das Archiv zur Verfügung zu stellen.

     

    Wir bedanken uns herzlichst bei Herrn Reinhold Ege

     

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    Aus wilder Wurzel oder geplant - Stadtgrundriss Ehingen
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    Die Tiersammlung aus dem Schloss Oberdischingen

    Die Tiersammlung ist um 1850 im Schloss Oberdischingen entstanden. 1891 schenkte der damalige Besitzer des Rittergutes Friedrich Kaulla (1807 – 1895) die aus 30 bis 35 Kästen bestehende Sammlung an das Gymnasium Ehingen. Später gelangte sie an den Bezirksaltertumsverein. Ursprünglich umfasste sie neben den noch vorhandenen Vögeln, Vogeleier und Säugetieren auch Käfer und Schmetterlinge...

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    Wie vor einigen Jahren anlässlich des Internationalen Tages der Museen zu sehen war, verfügt das Museum Ehingen in seinen Magazinen über umfangreiche Sammlungen, die nicht in der Dauerausstellung zu sehen sind. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bemühen sich ständig, weitere Objekte zu erwerben, die für Geschichte und Entwicklung der Stadt und der Region wichtig sind. Großzügige Schenkungen und Stiftungen aus der Bürgerschaft tragen immer wieder maßgeblich zur Ergänzung der Sammlungsbestände bei.

    Schätze im Museum Ehingen

Termine

02.10.21 | Samstag

Fahrt zur Heuneburg und zum Hängegarten in Riedlingen - Neufra

Abfahrt: 13.00 Uhr Betriebshof Bottenschein oder um
13.05 Uhr Lindenhalle Ehingen
Rückkehr: ca. 18.00 Uhr

Fahrtkosten:
Erwachsene: Mitglieder € 28 €, Nichtmitglieder 33€, Schüler 15 €, bzw.18€ (inkl. Busfahrt, Eintritte und Führungen in Heuneburg und Hängegarten Neufra,)