Museumsgesellschaft Ehingen

Exponat des Monats

 

Das Museum Ehingen konnte Ende Mai 2019 einen Vorderlader des Ehinger Büchsenmachers Blasius Sailer (1772 – 1842) erwerben. Diesen Vorderlader bekam Kaspar Kaiser (1803 – 1887) zum 40 – jährigen Dienstjubiläum als Hegemeister vom Württembergischen König als Geschenk und Anerkennung. Innerhalb der Familie wurde der Vorderlader an den ältesten männlichen Nachkommen vererbt. Diese Linie wurde nun unterbrochen und so überlegte die Familie, wo dieser Vorderlader eine angemessene Bleibe finden könnte. Bei Recherchen im Internet stieß die Familie glücklicherweise auf den Büchsenmacher Blasius Sailer, der dieses Gewehr gebaut hatte. Die Familie entschied sich, diesen Vorderlader dem Museum Ehingen anzubieten. Hier findet dieses Gewehr in der Ausstellung nun seinen Platz. 

Dr. Ohngemach schreibt zu Blasius Sailer:

Der Ehinger Büchsenmacher Blasius Sailer 1772-1842 von Dr. Ludwig Ohngemach  

Blasius Josephus Sailer wurde am 3. Februar 1772 in St. Blasius als Sohn des Ehinger Barockmalers Franz Thaddäus Sailer († 1783) und dessen zweiter Frau Waldburga Goll getauft.   1786 kam er - inzwischen vierzehn Jahre alt - bei dem Munderkinger Büchsenmacher Joseph Mon in die Lehre. Dieser hatte sich bereit erklärt, Sailer innerhalb von vier Jahren das Büchsenmacherhandwerk zu lehren. Für seine Bemühungen sollte er 50 Gulden erhalten. Der Umstand, dass die Spitalkasse schließlich diese Kosten übernahm, kann als Beleg für die angespannte finanzielle Lage der Familie Sailer in diesen Jahren gelten. Nach Ablauf der Lehre wurde Blasius 1790 freigesprochen und erhielt zu dieser Gelegenheit auf Antrag seiner Mutter – der Vater war bereits 1783 verstorben - 8 Gulden aus der Ehinger Stadtkasse zur Anschaffung von Kleidung, die er für die anschließende Wanderschaft brauchte. Für diese Zeit wurde ihm zusätzlich aus der Spitalkasse ein Zuschuss gewährt. Wohin er zur Abrundung seiner Fachkenntnisse ging, ist leider nicht überliefert.  

In Ehingen ist Sailer spätestens im Sommer 1794 wieder nachweisbar. Offenbar stand er bereits damals im Ruf, etwas in seinem Handwerk zu leisten, denn nur so ist zu erklären, dass der Magistrat bereit war, ihm einen Kredit von 180 Gulden zur Anschaffung von Werkzeug zu gewähren. Und im nachfolgenden Frühjahr bemühte sich Blasius um Bauholz, aller Wahrscheinlichkeit nach für eine Werkstatt, die er neben dem elterlichen Haus in der Tuchergasse errichten wollte.   Dieses Anwesen war damals allerdings stark überschuldet, sodass sich der Magistrat schließlich bereit erklärte, auf ohnehin als verloren angesehene Zinsansprüche zu verzichten. Den städtischen Steuerbüchern zufolge besaß Blasius Sailer eine zweistöckige Behausung in der Tuchergasse, das Haus Nr. 357, das heute nicht mehr erhalten ist.   Am 2. Juni 1795 heiratete Blasius Sailer Margarita Schüz. Dem Heiratsvertrag zufolge brachte seine Frau stattliche 300 Gulden in die Ehe, er selbst widerlegte diese Summe durch seinen „wohlerlernten Beruf“ sowie durch das von seiner Mutter übernommene Haus.   Blasius Sailer und seine Frau hatten vier Kinder, von denen aber nur Sebastian, geb. am 18. Januar 1803, das Erwachsenenalter erreichte und eine eigene Familie gründete. Die finanziellen Verhältnisse Blasius Sailers haben sich soweit verbessert, dass er 1835 im Intelligenz Blatt sogar Darlehen anbieten konnte.   Als Büchsenmacher gehörte Sailer zur Schlosserzunft und ist dort erstmals im September 1795 belegt. Zeitweise, so 1833, kann er als Oberzunftmeister belegt werden. Er hat offenbar auch selbst ausgebildet. Mit Joseph Elghart von Immenhausen bei Salem (1800) und Karl Hezel von Günzburg (1804) sind zwei seiner Lehrjungen namentlich bekannt.  

Am 9. September 1842 erscheint Blasius Sailer in der Totenliste von St. Blasius. Seine Frau war bereits 1835 verstorben. Sein Sohn Sebastian hat seine Werkstatt fortgeführt.    

Kunstvolle Bearbeitung am Vorderlader durch Blasius Sailer:                             

               
 
 
 

Termine

16.10.19 | Mittwoch

19.00 Uhr Stammtisch im Gasthaus „Schwert“

„Zauber und Gefahren der Magie“ mit Gerhard Ege

20.10.19 | Sonntag

Am Sonntag 20.11.2019 um 11 Uhr setzt Dr. Ohngemach das letztjährige Thema mit der Führung „Ehinger Mühlen 2’’ fort.
Diesmal geht es von der Lauresmühle bis zur Staigmühle.
Treffpunkt am Parkplatz beim DM-Markt / Denn's Biomarkt.

15.11.19 | Freitag

15.11.2019 - 17.11.2019
Teilnahme am Vereine- und Jedermannschiessen im Schützenhaus Ehingen. Bei Interesse bitte melden unter:
info@museumsgesellschaft-ehingen.de