Museumsgesellschaft Ehingen

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Der Münzfund von Rißtissen

 

Im Februar 1920 kam in Rißtissen beim Abbruch eines Hauses eine größere Anzahl von Silbermünzen zu Tage. Diese hatten sich offenbar in einem Tongefäß befunden, das leider nicht gesichert wurde und daher verloren ging. Fundort war das eher bescheidene Haus des Taglöhners Ignaz Gut. Es führte die Hausnummer 29 und war mit Nummer 28 zusammengebaut und gehörte wohl ursprünglich zur benachbarten Mühle.  

Der Finder des Schatzes, der Müller Gebhard Ehrhardt, schenkte einen Teil der Münzen, es handelte sich um insgesamt 25 Stück, im Januar 1921 dem Bezirksaltertumsverein, über den sie in die Sammlungen des Museums Ehingen gelangten. Eine weitere Münze aus diesem Fundkomplex fand im Februar 1928 als Geschenk eines früheren Schülers seinen Weg in die Ehinger Sammlung. Über die ursprüngliche Anzahl der aufgefundenen Münzen lässt sich nur spekulieren, feststeht, dass diese ursprünglich deutlich größer gewesen sein muss und wohl unmittelbar nach der Auffindung aufgeteilt worden ist.  

Der ursprüngliche Eigentümer des Münzschatzes wollte offenbar in einer Gefahrensituation durch Verstecken sein Geld vor dem Entwenden schützen. Später haben ihn dann Umstände, die nicht überliefert sind, gehindert, sein Eigentum wieder an sich zu nehmen. Möglicherweise war er zwischenzeitlich verstorben oder er hatte keine Gelegenheit mehr an sein Versteck nach Rißtissen zu gelangen.  

Auch wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass möglicherweise nur ein geringer Teil des ursprünglichen Münzbestandes den Weg nach Ehingen gefunden hat, erscheint auch dessen Analyse nicht uninteressant. Eine Prüfung der Prägejahre ergibt, dass lediglich vier Münzen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammen. Die weit überwiegende Anzahl, nämlich 22 wurden in den 1620er Jahren geprägt, allein 18 in den Jahren 1623 bis 25. Lediglich eine einzelne Prägung aus der Reichsstadt Regensburg, entstanden 1632, repräsentiert die 1630er Jahre. Es spricht daher viel dafür, dass die Münzen im 30jährigen Krieg, kurz nach 1632 gesammelt und versteckt wurden. Dies waren die Jahre, als sich das militärische Geschehen mit dem Vordringen der Schweden unter Gustav Adolf im sogenannten „schwedischen Krieg“ nach Süddeutschland und Bayern verlagerte. Beim Blick auf die Münzherren fällt auf, dass das benachbarte Württemberg lediglich mit einer Münze vertreten ist. Ganz anders die wittelsbachischen Territorien wie z. B. Pfalz-Neuburg und die Rheinpfalz (3). Mit insgesamt fünf Münzen sind die kleineren Territorien Öttingen (2), Hohenlohe (1) und Monfort (2) vertreten. Die Bedeutung der geistlichen Münzherren belegen Stücke der Bischöfe von Salzburg (3), Eichstätt (1) und Chur (2) sowie des Prälaten von Ellwangen (1). Weniger überraschend der wirtschaftlich bedeutenden Reichsstädte Augsburg (2), Ulm (2) und Regensburg (1)  

Text: Dr. Ludwig Ohngemach

[vgl. Abb. 1: Ausschnitt aus der Flurkarte 1.H.19.Jahrhundert]

[Abb. 2:  Fundmünzen aus Rißtissen. Museum Ehingen (Donau)]

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    Wie vor einigen Jahren anlässlich des Internationalen Tages der Museen zu sehen war, verfügt das Museum Ehingen in seinen Magazinen über umfangreiche Sammlungen, die nicht in der Dauerausstellung zu sehen sind. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bemühen sich ständig, weitere Objekte zu erwerben, die für Geschichte und Entwicklung der Stadt und der Region wichtig sind. Großzügige Schenkungen und Stiftungen aus der Bürgerschaft tragen immer wieder maßgeblich zur Ergänzung der Sammlungsbestände bei.

    Schätze im Museum Ehingen

Termine

16.10.19 | Mittwoch

19.00 Uhr Stammtisch im Gasthaus „Schwert“

„Zauber und Gefahren der Magie“ mit Gerhard Ege

20.10.19 | Sonntag

Am Sonntag 20.11.2019 um 11 Uhr setzt Dr. Ohngemach das letztjährige Thema mit der Führung „Ehinger Mühlen 2’’ fort.
Diesmal geht es von der Lauresmühle bis zur Staigmühle.
Treffpunkt am Parkplatz beim DM-Markt / Denn's Biomarkt.

15.11.19 | Freitag

15.11.2019 - 17.11.2019
Teilnahme am Vereine- und Jedermannschiessen im Schützenhaus Ehingen. Bei Interesse bitte melden unter:
info@museumsgesellschaft-ehingen.de

10.11.19 | Sonntag

Eröffnung Ausstellung “Geopark Schwäbische Alb“ im Foyer des Museums sowie Vorstellung der neu aufgearbeiteten Fossilien- u. Mineraliensammlung.